Fairtrade-Towns: Aktiv für den Fairen Handel

Die Auszeichnung als Fairtrade-Town ist eine große Anerkennung für Kommunen, die sich besonders stark für den Fairen Handel engagieren. Bundesweit sind bereits über 450 Städte, Gemeinden und Kreise ausgezeichnet worden.

Auch der Ruhrpott engagiert sich!
Von den 53 Kommunen und 4 Landkreisen des Ruhrgebiets sind 32 Städte und Gemeinden sowie ein Kreis als Fairtrade-Town bzw. Fairtrade-Kreis ausgezeichnet. Viele weitere Städte und Kreise befinden sich im Prozess zur Auszeichnung. Im Ruhrgebiet leben bisher rund 4,5 Millionen Menschen in einer Fairtrade-Town oder in einem Fairtrade-Kreis.

Für den Titel Fairtrade-Town muss eine Kommune nachweislich fünf Kriterien erfüllen, die das Engagement für den Fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln.

Die 5 Kriterien

1. Ratsbeschluss

Die Kommune verabschiedet einen Beschluss, dass bei allen Sitzungen der Ausschüsse und des Rates sowie im Bürgermeisterbüro Fairtrade‐ Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Stadt/Gemeinde/Kreis den Titel „Fairtrade Stadt“ (bzw. Gemeinde/Kreis) anzustreben.

2. Steuerungsgruppe

Eine lokale Steuerungsgruppe wird gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft.

3. Fairtrade-Produkte im Sortiment

In den lokalen Einzelhandelsgeschäften, Blumenfachgeschäften, Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus Fairem Handel angeboten. Die Anforderung bei der Umsetzung ist gestaffelt nach der Einwohnerzahl. Einen Überblick über die Mindestanzahl der Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomen gibt es auf der Fairtrade-Town-Website.

4. Zivilgesellschaft

In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade‐Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt.

•    Bei einer Einwohnerzahl ≤ 200.000 muss jeweils eine Schule, ein Verein und eine Kirche gewonnen werden. Bei ≥ 200.000 sind es jeweils zwei.
•    Mindestens einmal pro Jahr sollte eine attraktive faire Aktion durchgeführt werden. Ideen und Tipps und vielfältige Materialien gibt es dazu von Fairtrade Deutschland.

5. Medien

Die örtlichen Medien berichten mindestens 4x im Jahr über alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fairtrade‐Stadt“ (bzw. Gemeinde/Kreis). 

Die Auszeichnung

Nach Erfüllung aller Kriterien und Prüfung durch TransFair e.V. wird der Titel „Fairtrade Stadt“ (bzw. Gemeinde/Kreis) für zunächst 2 Jahre vergeben. Danach erfolgt eine Überprüfung, ob die Kriterien weiterhin erfüllt sind.