Fair Fashion Forum Ruhr – NRW 2026: Fair Fashion im Handel – zwischen Unique Selling Point und Business as Usual

Datum
27.10.2026
Uhrzeit
10:00 - 16:00 Uhr
Veranstaltungsort
AMD Akademie Mode & Design, Hochschule Fresenius Campus, Franklinstraße 41-43, 40479 Düsseldorf
Domitila Barros, Schirmfrau Fair Fashion Forum Ruhr - NRW

Terminbeschreibung

“Fair Fashion im Handel – zwischen Unique Selling Point und Business as Usual”

Der stationäre Modehandel steht unter massivem Druck: Insolvenzen, sinkende Kaufkraft und die Dominanz des Online-Handels prägen derzeit den Markt. Verbraucherinnen und Verbraucher achten stärker auf den Preis, während Händlerinnen und Händler mit steigenden Kosten, unsicheren Absatzmärkten und wachsendem Wettbewerbsdruck kämpfen. Andererseits erwarten immer mehr Kundinnen und Kunden faire Produktionsbedingungen, Transparenz und nachhaltige Produkte. Darüber hinaus steigen die Anforderungen an Unternehmen durch neue gesetzliche Vorgaben hin zu einer nachhaltigeren und klimafreundlicheren Wirtschaft. Weitermachen, wie bisher scheint keine Lösung. In dieser angespannten Lage stellt sich die Frage: Kann Fair Fashion noch als Alleinstellungsmerkmal überzeugen – oder wird sie in der Krise zur wirtschaftlichen Herausforderung?

Die Tagung beleuchtet aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen für den stationären Handel in einem schwierigen Marktumfeld. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Praxis diskutieren, wie faire Mode trotz Preisdruck erfolgreich positioniert werden kann und welche Strategien Unternehmen zukunftsfähig machen. Freuen Sie sich auf spannende Impulse, Praxisbeispiele, Workshops und Diskussionen rund um Fairness, nachhaltige Geschäftsmodelle und die Zukunft der Modebranche. Nutzen Sie die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, neue Perspektiven zu gewinnen und mit Expertinnen und Experten über die Zukunft der Mode ins Gespräch zu kommen.

Unsere Gäste: Berivan Aymaz (stv. Landtagspräsidentin NRW/Grüne), Cheryll Mühlen (Modejournalistin & Trendanalystin), Lena Böringschulte (Peek & Cloppenburg), Lavinia Muth (Post-Sustainability Consultant), Daniela Perak (Roberta), Dr. Monika Hauck (Repair Rebels) u.a.

Eine ausführliche Beschreibung der Beteiligten finden Sie hier.

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Programm Fair Fashion Forum Ruhr – NRW 27.10.2026

09.30 Uhr Einlass und Registrierung

10.00 Uhr Begrüßung

10.15 Uhr Key Note Cheryll Mühlen, Modejournalistin & Trendanalystin

11.00 Uhr Paneldiskussion

  • Berivan Aymaz, MdL, Vizepräsidentin des Landtags NRW und Sprecherin für Europa, Internationales und Eine Welt der Grünen Landtagsfraktion NRW
  • Lena Böringschulte, Head of Sustainability Peek & Cloppenburg Düsseldorf
  • Dr. Monika Hauck, Repair Rebels
  • Lavinia Muth, Post-Sustainability Consultant
  • Daniela Perak, Inhaberin roberta organic fashion

12.15 Uhr World Café als Austauschformat

12.45 Uhr Mittagspause

13.45 Uhr Workshops

  1. Kritischer Stadtrundgang: Faire Mode zwischen Anspruch und Realität- Stephanie Widholm (Geschäftsführerin Eine Welt Forum Düsseldorf e.V.)
  2. Gemeinwohlorientierung in der Modebranche – Claudia Schleicher (Beraterin Gemeinwohl-Ökonomie)
  3. Turbo Mode – Ultra Fast Fashion verstehen und überwinden – Theresa Haschke (Initiative Romero)
  4. Koloniale Kontinuitäten in der Modeindustrie – Tina Adomako (AG Düsseldorf Postkolonial)

15.15 Uhr Verabschiedung

15.30 Uhr Ausklang und Networking

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Workshopbeschreibungen 

Workshop 1: Kritischer Stadtrundgang: Faire Mode zwischen Anspruch und Realität

Leitung: Stephanie Widholm, Eine Welt Forum Düsseldorf e.V.

Bei einem Rundgang rund um die Nordstraße in Pempelfort nutzen wir den Stadtraum als Ausgangspunkt, um die globalen Verflechtungen in der Textilindustrie zu beleuchten. An ausgewählten Stationen setzen wir uns mit Lieferketten, Arbeits- und Menschenrechten, Nachhaltigkeitsversprechen und Unternehmensverantwortung auseinander und diskutieren Chancen und Grenzen fairer Mode. Der Rundgang lädt dazu ein, vertraute Konsummuster zu hinterfragen und aktuelle Entwicklungen der Branche aus einer globalen Perspektive zu betrachten.

Workshop 2: Gemeinwohlorientierung in der Modebranche

Leitung: Claudia Schleicher, Beraterin Gemeinwohl-Ökonomie

Was wäre, wenn in der Modebranche alle Beteiligten gut leben könnten?
Was heißt überhaupt „gut leben können“?
Und welche Möglichkeiten haben wir als Designer*innen, Händler*innen, Herstellende und nicht zuletzt Kund*innen, um dazu beizutragen?
Die Gemeinwohl-Ökonomie hat ein Konzept und verschiedene Instrumente entwickelt, die das Wohl der diversen Stakeholder eines Unternehmens mess- und damit für Unternehmen steuerbar machen.
Im Workshop lernen wir es kennen und untersuchen zudem Good Practices nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Wirtschaftens auf ihre Wirkung in der Modebranche.
Denn: Gewinn und Gemeinwohl sind vereinbar!

Workshop 3: Turbo Mode – Ultra Fast Fashion verstehen und überwinden

Leitung: Theresa Haschke, Initiative Romero

SHEIN, bohoo, Asos: Online-Direktvertriebe treiben die Schnelligkeit der Modeindustrie in ein bisher unbekanntes Maß. Die Folgen: katastrophale Arbeitsbedingungen für Näher*innen und Lagerarbeiter*innen und eine Überflutung von Altkleidermärkten und Umwelt mit Polyester-Produkten. Im Workshop schauen wir uns an, was Ultra Fast Fashion von klassischen Fast Fashion Brands wie H&M unterscheidet, welche Auswirkungen sie auf unsere Art einzukaufen hat und wie das System verlangsamt werden kann.

Workshop 4: Koloniale Kontinuitäten in der Modeindustrie

Leitung: Tina Adomako, AG Düsseldorf Postkolonial

Wer liebt es nicht, modisch gekleidet zu sein? Heute ist es einfacher denn je, mit der Mode zu gehen, denn die neusten Trends sind für fast alle erschwinglich. Doch welchen Preis zahlen wir tatsächlich dafür, trendy zu sein? Wenn wir Mode vom Anfang bis Ende der gesamten Herstellungs- und Lieferkette betrachten, erfahren wir wie koloniale Strukturen bis heute in der Textil- und Modeindustrie fortwirken. Wir betrachten die Geschichte von Baumwolle, Versklavung, Kolonialhandel und Industrialisierung. Gleichzeitig schauen wir auf heutige Lieferketten, Fast Fashion, Arbeitsbedingungen und Altkleiderexporte. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit den Fragen, wer vom Modesystem profitiert, wer die sozialen und ökologischen Kosten trägt, wie nachhaltig sog. nachhaltige Mode ist, und inwieweit diese den Ungerechtigkeiten wirklich entgegenwirkt. Gemeinsam machen wir sichtbar, wie Rassismus, globale Ungleichheit und Konsum miteinander verbunden sind.

Die Anmeldung ist ab dem 1. September hier freigeschaltet. 

 

Eingetragen am 23. Juni 2026