Jahrestagung Faire Metropole Ruhr - 18. Oktober 2017

Unsere Jahrestagung am 18.10.2017 wagt mit dem Titel Standortfaktor: „Fairer Handel“ Anreiz & Wirkung für Mensch, Stadt & die Eine Welt einen neuen Schritt für den Fairen Handel. Wir behaupten: Der Faire Handel hat das Potenzial zum weichen Standortfaktor. Gemeinsam mit Herrn Professor Juchelka von der Universität Duisburg-Essen und Herrn Paschek, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Waltrop, möchten wir diese These diskutieren. Verhilft der Faire Handel Städten und Stadtteilen zu mehr Attraktivität, lockt er Touristen und junge Menschen an?

Wir wollen Großes denken und unsere Vorreiterstellung als erste Faire Region Deutschlands nutzen, um den Menschen im globalen Süden und denen vor Ort – in der Metropole Ruhr – das Leben und Arbeiten angenehmer zu gestalten. Helfen Sie mit, unser Netzwerk am Puls der Zeit wachsen zu lassen, und bereichern Sie den Austausch mit ihrem Erfahrungsschatz und ihrer Neugier.

Wir freuen uns auf ergebnisreiche Diskussionen und darauf, Utopien möglich zu machen!

Tagungsort: Wissenschaftspark Gelsenkirchen, Munscheidstraße 14, 45886 Gelsenkirchen

Das geplante Programm finden Sie hier. Anmelden können Sie sich spätestens bis zum 29. September 2017 per E-Mail oder Fax unter Angabe Ihres Wunsch-Workshops und Ihrer Organisation und Kontaktdaten oder über die postalische Antwortkarte.

Bei Rückfragen stehen Ihnen Mariam Stauer und Lisa Horstkamp zur Verfügung: Fon: 02323 99497-10, Fax: 02323 99497-11, Mail: info(at)faire-metropole.ruhr

Faire Regionen bündeln Kompetenzen

Der Ruhrpott als Vorbild

„Die Faire Metropole Ruhr ist für mich eine Art Werbeblock für das Ruhrgebiet. Je mehr Menschen wir mit der Idee des Fairen Handels erreichen, umso besser“, sagte Vera Dwors vom Vorstand des Faire Metropole Ruhr e.V. Rund 40 Teilnehmer*innen aus NRW und sieben weiteren Bundesländern folgten der Einladung in die Mülheimer Wolfsburg zur Tagung „Faire (Metropol-) Regionen in Deutschland“.

Auf dem Programm stand nicht nur eine interessante Diskussion über die unterschiedlichen Herausforderungen in den einzelnen Regionen, die Teilnehmenden diskutierten auch angeregt in verschiedenen Arbeitsgruppen. „Globale Nachhaltigkeit kann nicht durch egozentrisches Verhalten einzelner Menschen entstehen, sondern nur durch konstruktive, überregionale Vernetzung“, so Michael Marwede von „Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der einen Welt“, einem der Kooperationspartner des Events. Er zeigte sich begeistert: „Ich bekomme auf einen Schlag sehr viele Kommunen ins Boot und habe den Eindruck, dass alle hier offen reden und viel voneinander lernen können!“

So berichtete zum Beispiel Gisela Stang, Bürgermeisterin im hessischen Hofheim a.T., über die Initiative „Rhein.Main.Fair.“: „Wir sind beeindruckt vom Ruhrpott, weil hier eine gemeinsame Identifikation mit der Region existiert. Für uns war es anfangs schwierig, alle Akteure unter einen Hut zu bringen, weil diese keine gemeinsame Historie verbindet. Aber diese Veranstaltung macht Mut, und wir sind euphorisch, mit dem Thema Fair Trade nun alle ansprechen zu können und stolz darauf, schon diverse Hürden überwunden zu haben!“ Fleurence Laroppe erzählte über den grenzübergreifenden Verein „QuattroPole“ in Saarbrücken und davon, wie internationale Strukturen genutzt werden können, um den Fairen Handel zu pushen.

Wie funktioniert Fairer Handel in unterschiedlichen Regionen? Welche Strukturen baue ich auf? Welche Zielgruppen kann ich wie erreichen? Wie läuft das Projekt „FaireKITA“? Diese und viele weitere Fragen diskutierten zivilgesellschaftliche Akteure und Mitarbeitende öffentlicher Verwaltungen. Darüber hinaus informierte Kristina Klecko vom zweiten Kooperationspartner, Fairtrade Deutschland, wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im digitalen Zeitalter zielgerichtet funktionieren kann.

Für Angela Schmitz, Projektreferentin von Faire Metropole Ruhr e.V. und Tagungsleiterin, ist es wichtig, mit einer solchen Veranstaltung Raum zu bieten, über den Tellerrand der eigenen Region hinauszublicken und Synergien zu bündeln: „Regionale Netzwerke bieten noch einmal andere Möglichkeiten, mit kreativem Potenzial verschiedenste Akteure zusammenzubringen, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und so für den Fairen Handel in einem größeren Raum wirken zu können“.

Das Netzwerk Faire Metropole Ruhr hat mit seiner kontinuierlichen Arbeit seit 2008 ein Alleinstellungsmerkmal im Ruhrgebiet geschaffen und wurde 2013 als erste Großregion Deutschlands und erster Städteverband weltweit als „Faire Metropolregion“ ausgezeichnet. Und was würden sich die Beteiligten für die Zukunft wünschen? Vera Dwors jedenfalls fände es nicht nur großartig, wenn unter den Schildern mit der Aufschrift „Route der Industriekultur“ zukünftig auch „Faire Metropole Ruhr“ stünde, sondern würde gern mit dem Verein Faire Metropole Ruhr aus der „Nacht der Industriekultur“ eine "Faire" ExtraSchicht machen, die die Idee des Fairen Handels noch stärker in den Köpfen der Region verankern könnte.

Der Pott handelt fair!

Das Ruhrgebiet, bekannt als Industrie- und Kulturraum, erhielt 2013 als erste Großregion weltweit den Titel „Faire Metropole“. Die Auszeichnung geht zurück auf das Engagement des Netzwerks Faire Metropole Ruhr. Seit vielen Jahren bündelt das Netzwerk die Aktivitäten von zivilgesellschaftlichen, kirchlichen und kommunalen Akteuren rund um das Eine-Welt-Engagement und den Fairen Handel im Ruhrgebiet.
Heute leben im Pott bereits rund 4,5 Mio. Menschen in einer Fairtrade-Town bzw. einem Fairtrade-Kreis.

Welche Städte dabei sind, sehen Sie hier.

Schirmherr Manni Breuckmann

Der Sportreporter ist Schirmherr des Netzwerkes Faire Metropole Ruhr und  bringt  die Vorreiterrolle auf den Punkt: „Die Metropole Ruhr spielt in der Champions League der fair handelnden Regionen.“
Ziel des Netzwerkes ist es, jede einzelne Kommune des Ruhrgebiets zur Fairtrade Town auszuzeichnen, und somit den Fairen Handel bei der breiten Bevölkerung und in der öffentlichen Beschaffung voranzutreiben. „Darüber hinaus engagiert sich das Netzwerk in der Bildungsarbeit und führt das Projekt „FaireKITAs“ durch, an dem sich bereits rund 100 Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen beteiligen und sich mit globalen Themen und dem Fairen Handel beschäftigen